Crossing Souls

Die Endlichkeit des Lebens und die Frage nach dem „Danach“ beschäftigen die Menschheit bereits seit Urzeiten. Viele begegnen der Ungewissheit mit religiös geprägten Vorstellungen von einem Jenseits. Sei es nun Himmel, Hölle oder Wiedergeburt, Religionen geben einen moralischen Kompass um nach dem Tod -egal was da kommen mag- möglichst gut dazustehen. Crossing Souls beschäftigt sich mit dieser Thematik in überraschend radikaler Weise.
Wir begleiten fünf Kinder durch den Sommer ihres Lebens. Chris, den Sportler, seinen kleinen Bruder Kevin, den kräftigen Big Joe, das taffe Mädel Charlie und das Genie Matt. Nachdem sie einen mysteriösen Stein im Wald finden, sind sie plötzlich fähig Tote zu sehen und mit ihnen zu sprechen. Da der Duat-Stein dem Träger buchstäblich das Leben aussaugt, entwickelt Matt eine Halterung, mit welcher man ihn verwenden kann. Schnell stellt sich heraus, dass nicht alle Toten den Lebenden gut gesonnen sind und das böse Mächte hinter dem Stein her sind. Das Unheil droht über die Kinder, ihre Heimatstadt und die ganze Welt hereinzubrechen. Der ehemalige US General Major Oh Russ will nicht nur den gestohlenen Duat-Stein zurück, sondern mit Hilfe der Toten die Welt unterjochen.

Spielmechanik

Der Spieler steuert die fünf Hauptcharaktere durch das Abenteuer. Jeder Charakter hat eine andere Waffe. Während Chris mit einem Baseballschläger zuhaut, schießt Matt mit einer Energiewaffe. Die Bewegungsarten der Charaktere sind ebenfalls sehr unterschiedlich. Charlie kann sprinten, Chris klettern und Big Joe schwere Dinge verschieben. Die verschiedenen Fähigkeiten werden zum Lösen diverser kleiner Herausforderungen benötigt. Ein besonderes Feature ist es, dass per Knopfdruck die Sicht auf die Toten eröffnet werden kann und entsprechend auch Mitglieder eurer Truppe, die das zeitliche gesegnet haben, separat gesteuert werden können. Das sehr gradlinige Gameplay wird von sehr abwechslungsreichen und mitunter anspruchsvollen Bosskämpfen unterbrochen. Hier ist von Jump’n’Run-Passagen bis zu Flugmanövern alles dabei.
Während mit dem linken Stick die Steuerung erfolgt, kann mit dem rechten ausgewichen werden. Ein paar Items gibt es auch noch. Bedient werden diese mit dem Steuerkreuz. Alles in allem ist die Spielmechanik sehr simpel gehalten und auf das Notwendigste begrenzt. Die Bedienung fühlt sich mitunter etwas umständlich an. Da zwischen den Charakteren nur mit einer Taste umgeschaltet werden kann, muss die Runde immer voll gemacht werden, bevor wir wieder bei Chris ankommen. Das ist in Kämpfen mitunter anstrengend. Auch die Auswahl der Gegenstände mit dem Steuerkreuz, während wir mit dem linken Stick steuern, ist in kritischen Situationen schwierig.
Gespeichert wird sowohl manuell an vorgesehenen Punkten, als auch per automatischer Speicherung. Die Automatisierung ist teils ungünstig gesetzt. Nach einem Tod kann der Weg unter Umständen lang werden. Da Textpassagen nicht übersprungen werden können, müssen diese dann ebenfalls immer und immer wieder durchlaufen werden. Da der Schwierigkeitsgrad im Verlauf des Spiels anzieht, kann es zum Ende hin ab und an zu derlei Wiederholungen kommen.

Grafik & Sound

Das Top-Down Pixelabenteuer strotzt nur so vor Liebe zu den guten alten 80igern. Die farbenfrohe Odyssee besteht aus allerhand Klischees und Anspielungen. Die Videosequenzen erinnern an alte Trickfilme. Klassiker, wie Indiana Jones, Ghost Busters, Pong, Metal Gear Solid oder Zurück in die Zukunft, wurden mal mehr und mal weniger deutlich verwurstet und geben dem Spiel einen wunderschönen Retro Flair. Die Musik reiht sich nahtlos ein und begleitet das bunte Spektakel mit den entsprechenden Klängen. Schwierig an der Wahl des Designs ist nur hin und wieder die Perspektive. An einigen Stellen fällt es schwer nachzuvollziehen, ob man sich noch auf einer Ebene befindet oder diese wechseln muss. Gerade bei schnellen Sprungsequenzen kann das zum Verhängnis werden.

Philosophie

Wie Eingangs bereits beschrieben, beschäftigt sich Crossing Souls mit dem Leben, dem Tod und allem was danach kommt. Die Sterblichkeit spielt eine zentrale Rolle, ebenso wie der damit verbundene Verlust und das Weitermachen. Sehr früh im Spiel wird klar, dass niemand sicher ist und das sich die Kids auf das Schlimmste gefasst machen müssen. Es werden Parallelen zur ägyptischen Mythologie gezogen und die Geisterwelt als greifbare Parallele zu unserem Diesseits vermittelt. Und die Moral von der Geschicht? Die gibt es nicht.

Trotz der bunten Grafik und dem altmodischen Stil, wurde ich von der Ernsthaftigkeit der Geschichte immer wieder überrascht und mitgerissen.

Fazit

Was bleibt also zu sagen? Cossing Souls ist eine klare Kaufempfehlung. Wie beschrieben, gibt es hier und da etwas auszusetzen. Man merkt dem Spiel an, das es das Erstwerk der Entwickler ist. Nichtsdestotrotz hat es sehr viel Spaß gemacht und -was vielleicht noch viel wichtiger ist- zum Nachdenken angeregt.

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